umb – Universitätsmedizin Bayern

UMB – Universitätsmedizin Bayern e.V.
Wir stehen für Fortschritt und Exzellenz der Medizin in Bayern.

Wer wir sind – die Universitätsmedizin in Bayern

Die Universitätsmedizin Bayern (UMB) ist ein Zusammenschluss der bayerischen Universitätsklinika und medizinischen Fakultäten. Unser Ziel ist es, das Zusammenwirken der Standorte in Lehre, Forschung und Patientenversorgung zu fördern. Wir vertreten deren gemeinsame Anliegen und verstehen uns als kompetente Ansprechpartner für Politik, Verbände und Studierende.




Wofür wir stehen – Fortschritt und Exzellenz in der Medizin

Die bayerischen Medizinfakultäten und ihre Universitätsklinika zählen zu den führenden universitätsmedizinischen Einrichtungen in Deutschland und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer Spitzenversorgung der bayerischen Bevölkerung.


Key Facts


Meilensteine – wegweisende Innovationen der bayerischen Unimedizin

Erste Äthernarkose in Deutschland · 1847 ·

Sie war ein Export aus Amerika und Wegbereiter der modernen Chirurgie: die Äthernarkose. Der Erlanger Arzt Johann Ferdinand Heyfelder und sein Assistent Jakob Herz setzten sie am 24. Januar 1847 zum ersten Mal in Deutschland ein. Ihr Proband war ein Schuhmacher­geselle mit einem Abszess, der durch die Narkose wie gewünscht „vollkommen empfindungslos“ wurde. Von Januar bis März 1847 führte Heyfelder an 100 Personen Äthernarkosen durch, eine davon im Selbstversuch.

Das erste synthetische Medikament der Welt · 1884 ·

Das erste voll synthetische Arzneimittel der Welt hieß Phenazon und wurde 1884 in Erlangen synthetisiert. Unter dem Handelsnamen Antipyrin war das Schmerz- und Fiebermittel lange Zeit ein Kassenschlager – bis in den 1930er Jahren neue Schmerzmittel auf den Markt kamen. Idee und klinische Erprobung sind dem Erlanger Pharmakologen Wilhelm Filehne zuzuschreiben. Er hatte einen im Vergleich zum pflanzlichen Chinin nebenwirkungs­ärmeren Wirkstoff zur Fiebersenkung gesucht.

Erstes Institut für Hygiene · 1879 ·

Max von Pettenkofer war ein Pionier der Hygiene und Öffentlichen Gesundheit. Er kämpfte für eine Modernisierung der zentralen Abwasser­kanalisation und Trinkwasser­versorgung in München und befreite so die Stadt von Typhus und Cholera. Von 1875 bis 1879 richtete er an der Ludwig-Maximilians-Universität das erste Institut für Hygiene ein und begründete damit die Hygiene als wissenschaftliche Disziplin.

Die Entdeckung der Röntgenstrahlen · 1895 ·

Am Abend des 8. November 1895 machte der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen im Physikalischen Institut der Julius-Maximilians Universität Würzburg eine spektakuläre Ent­deckung: Die X- oder Röntgen­strahlen sollten nicht nur die medizinische Diagnostik revolu­tionieren. Obwohl er mit seiner Entdeckung hätte reich werden können, verzichtete er auf ein Patent und ermöglichte so den Strahlen ihren rasanten Siegeszug. 1901 erhält er dafür den ersten Physik-Nobelpreis.

Begründer der organischen Chemie · 1902 ·

Für seine wegweisenden Arbeiten über die Zucker- und Purinsynthese erhielt Emil Fischer 1902 den Nobelpreis. Der Chemiker mit beruf­lichen Stationen in München, Erlangen und Würzburg gilt als Begründer der klassischen organischen Chemie. Wir verdanken ihm unter anderem die Formulierung des Schlüssel-Schloss-Prinzips, das Schlafmittel Veronal, die Fischer-Nomenklatur und die Entschlüsselung der Glukosestruktur.

Die Entschlüsselung der Gallensäuren · 1927 ·

Der Münchner Chemiker Heinrich Wieland, der an der LMU und an der TU München tätig war, erhielt 1927 den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über die Zusammen­setzung der Gallensäure und verwandter Substanzen. Ein weiterer Verdienst war die endgültige Klärung der Struktur der Steroide – ein Grundstein für die Entwicklung vieler herzwirksamer Medikamente.

Den Farbstoffen in Blut und Blättern auf der Spur · 1930 ·

Welche grundlegenden Merkmale haben die Pigmente in Blut, Galle und Pflanzen? Mit dieser Frage befasste sich der an der TU München tätige Chemiker und Mediziner Hans Fischer. Den Nobelpreis für Chemie erhielt er 1930 für seine Forschung über die Zusammen­setzung von Hämin und Chlorophyll sowie für die Synthese des Hämins, das als wesentlicher Bestandteil des Hämoglobins mitverantwortlich für den Sauerstoff­transport im Körper und die rote Farbe des Bluts ist.

Wie sich embryonale Zellen organisieren · 1935 ·

Woher wissen embryonale Zellen, zu welcher Zellart sie werden sollen und wo ihr Platz im Organismus ist? Der langjährig in Würzburg tätige Mediziner und Zoologe Hans Spemann fand heraus, dass dafür eine ganz bestimmte Region in der Zelle verantwortlich ist. Nach ihrem Entdecker wurde sie Spemann-Organisator benannt. Im Jahr 1935 erhielt er den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung des sogenannten Organisator-Effekts.

Die Biochemie des Cholesterins und der Fettsäuren · 1964 ·

Mit analytischen Methoden der Chemie kam der LMU-Biochemiker Feodor Lynen zahlreichen Details der Stoffwechsel­abläufe in lebenden Zellen auf die Spur. Er schuf damit die Grundlage für ein besseres Verständnis von Volks­krankheiten wie Diabetes mellitus und Arteriosklerose – und für die Entwicklung wirksamer Medikamente. Für seine Arbeiten über den Mechanismus und die Regulierung des Cholesterin- und Fettsäure­stoffwechsels erhielt er 1964 den Medizin-Nobelpreis.

Erste Herz­transplantation in Deutschland · 1969 ·

Die erste Herz­transplantation in Deutschland, durchgeführt 1969 durch den Chirurgen Rudolf Zenker in der Chirurgischen Universitäts­klinik der LMU München, war ein Erfolg und zugleich ein Misserfolg. Das Herz schlug in der Brust des 36-jährigen Patienten – aber nur für 27 Stunden. Der Grund dafür war keine Abstoßungs­reaktion, sondern eine unerkannte Vorschädigung des Spenderherzens.

Die Sprache der Bienen · 1973 ·

Bienen teilen sich durch Tänze den Ort einer neu entdeckten Futterquelle mit. Dass Tiere – und noch dazu Insekten – eine eigene Sprache entwickelt haben, war wohl die spektakulärste Entdeckung des Biologen Karl von Frisch. 1973 erhielt der langjährige Professor für Zoologie an der LMU München den Medizin-Nobelpreis für seine Forschung zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltens­mustern.

Viren als Krebsverursacher · 1976 ·

Für seine Hypothese, Krebs könne durch Viren ausgelöst werden, wurde er von Kollegen zunächst belächelt. 1976 gelang dem Erlanger und zuvor an der Universität in Würzburg tätigen Krebsforscher Harald zur Hausen schließlich der Beweis, dass humane Papillomaviren für Gebärmutter­halskrebs verantwortlich sind. 2008 wird er dafür mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Dank zur Hausens Forschung kann man der bei Frauen dritt­häufigsten Krebs­erkrankung heute durch die HPV-Impfung vorbeugen.

Erste Stoßwellenbehandlung · 1980 ·

1980 wird am LMU-Klinikum weltweit zum ersten Mal ein Nierenstein mit Stoßwellen zertrümmert. Dabei wird der Stein mit gebündelten Schall­wellen in sandkorn­große Fragmente zer­kleinert, die anschließend auf natürlichem Wege ausge­schieden werden. Diese unblutige Methode ist heute Standard in der Urologie und macht eine Operation zur Entfernung von Nieren­steinen in vielen Fällen unnötig.

Das erste „Retortenbaby“ kommt zur Welt · 1982 ·

Am 16. April 1982 kam im Universitätsklinikum Erlangen das weltweit sechste und deutschland­weit erste Baby zur Welt, das aus einer In-vitro-Fertilisation (IVF) hervor­gegangen war. Die Geburt des Kindes war das Ergebnis intensiver Forschung, die bereits in den sechziger Jahren begonnen hatte – und wurde zu einem Medienspektakel.

Tragbare Herz-Lungen-Maschine · 2006 ·

2006 entwickelten Spezialisten des Universitäts­klinikums Regensburg eine tragbare Herz-Lungen-Maschine. Herkömmliche Herz-Lungen-Maschinen sind nur in Spezial­ein­richtungen verfügbar und nicht mobil einsetzbar. Die tragbare Variante ist daher lebensrettend für Patienten mit schwerem Herz- und Lungen­ver­sagen, deren Transport in eine Spezialklinik bis dato riskant oder unmöglich war.

Armtransplantation mal zwei · 2008 ·

Im Jahr 2008 führten Chirurgen des Klinikums rechts der Isar der TU München die weltweit erste beidseitige Armtransplantation durch. Der Eingriff, an dem über 40 Spezialisten beteiligt waren, dauerte 15 Stunden und gilt als umfangreichste Transplantation, die jemals an den oberen Extremitäten durchgeführt wurde.

UMB-Gründung für mehr Zusammenarbeit · 2016 ·

Im Jahr 2016 wird die Universitätsmedizin Bayern e.V. zur Förderung des Zusammen­wirkens der bayerischen Medizinischen Fakultäten und Universitäts­klinika gegründet. Damit ist die UMB der erste Zusammen­schluss dieser Art auf Landesebene.